Christine-Brückner-Schule
Christine-Brückner-Schule

Ganztagsschule mit Profil 1

Vorbemerkung

Der gesellschaftliche Wandel der vergangenen Jahrzehnte hat die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen nachhaltig verändert. Traditionelle Familienstruk­turen lösen sich tendenziell  auf und die
Sozialisationsinstanz „Familie" verliert mehr und mehr an Bedeu­tung nicht nur in den sozialen Brennpunkten der Städte. Ihre Aufgaben und Zuständigkeiten sind weitgehend der Institution Schule übertragen worden. Diesen erweiterten Auftrag kann Schule im Halbtagsbetrieb nicht erfüllen. Nur eine Ganztagsschule kann die Gewähr bieten für mehr Bildung, Erziehung, Bera­tung und Betreuung.

 

Die große Nachfrage nach verlässlichen  längeren Schul- bzw. Betreuungszeiten, d.h. nach einem erweiterten Ganztagsangebot, lässt sich für Bad Emstal nicht nur mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen sondern auch mit einem Verweis auf das besondere Einzugsgebiet der Schule und die
spezifische Zielgruppe rechtfertigen: Der Sozialatlas des Landkreises Kassel weist für die Region u.a. einen überproportional hohen Anteil von Alleinerzieherinnen an der Gesamtbevölkerung aus.

 

 

Status Quo - eine Schule mit pädagogischer Mittagsbetreuung

Die Christine-Brückner-Schule hat aus den gesellschaftlichen Veränderungen in ihrem Einzugsgebiet entsprechende Konsequenzen gezogen und ein Ganztagskonzept entwickelt und verabschiedet: 1996
wurde die Christine-Brückner-Schule „Schule mit Pädago­gischer Mittagsbetreuung“ (PMB).  Als anztägig
arbeitende Schule bietet die Schule u.a.:

  • verlässliche Schul- und Betreu­ungszeiten für Grundschüler (7.15 - 16.30  Uhr),
  • Offenen Anfang für die Grundstufenschüler (7.15 - 7.45 Uhr),
  • Betreuung „Basteln, Spielen, Lernen“ für Grundschüler (11.30 – 13.00 Uhr),
  • Pädagogische Betreuung zum „Mittagstisch 1“ für Grundschüler (12.15 - 13.00 Uhr),
  • Pädagogische Betreuung zum „Mittagstisch 2“ für Schüler der Sek. I“ (13.00 - 13.45 Uhr)
  • die Betreuung „Sport, Spiel, Spannung“ für Grundschüler (13.00 – 16.30 Uhr),
  • die Förderangebote „PC-Club“ und Lernhilfe für Grundschüler (11.30 – 13.00 Uhr),
  • das Föderangebot „IT-Treff“  für Schüler der Sek. I (13.45 – 15.15 Uhr)
  • WP-Unterricht, Arbeitsgemeinschaften und Förderangebote für Schüler der Sek. I  an drei Tagen (13.45 – 15.15 Uhr),
  • Lesestunden in der Schul- und Gemeindebücherei (16.30 – 18.00 Uhr) - an drei Tagen.

 

Zielperspektive – die Chancen einer Offenen Ganztagsschule

Eine kritische Bestandsaufnahme und genauere Bedarfsanalyse ergab, dass das „gelebte“ Ganztagsangebot an seine zeitlichen, personellen und finanziellen Grenzen stieß. Das Betreuungangebot „Sport, Spiel, Spannung“  für Grundschulkinder (13.00 – 16.30 Uhr) beispielsweise erlebte in wenigen Jahren eine schnell wachsende Nachfrage: Was 2007 zunächst für 10 interessierte Eltern eingerichtet wurde, wird 2011 von täglich mehr als 30 Kindern in Anspruch genommen  – Tendenz steigend. Der vom Förderverein eingerichtete Mittagstisch wurde für 50 Schüler/innen konzipiert und wird inzwischen von durchschnittlich 100 Teilnehmern pro Tag in Anspruch genommen. Die angestrebte Weiterentwicklung zur Offenen Gesamtschule mit verlängerten Schul- und Betreuungszeiten würde …

  • unseren Schülern mehr sportliche und musisch-künstlerische Aktivitäten anbieten,
  • unseren Schülern bessere Bildungschancen eröffnen und sinnvollere Freizeitgestaltungen ermöglichen,
  • sozialproblematischen Familien ein besseres Erziehungs- und Betreuungsangebot machen,
  • berufstätigen Familien die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen
  • … und die Akzeptanz der Schule im Einzugsgebiet erhöhen.

 

 

Umsetzung – mehr  Förderung, Erziehung und Betreuung
Mit Hilfe der zusätzlichen finanziellen und personellen Ressourcen einer Offenen Ganztagsschule sollen u.a. folgende Angebote eingerichtet bzw. weiterentwickelt werden:     

  • Der Offene Anfang (7.15 - 7.45 Uhr) soll auf die Klassen 5 – 7 ausgeweitet werden.
  • Die Betreuung „Sport, Spiel, Spannung“ für Grundstufenschüler (13.00 - 16.30 Uhr) soll in Spitzenzeiten durch eine pädagogische Hilfkraft ergänzt werden.
  • Das Sportangebot für Förderstufenschüler in der Mittagspause (13.00 – 13.45 Uhr) soll auf 4 Tage ausgeweitet werden.
  • Das "Offene Sporttangebot“ für Schüler/innen der Sekundarstufe sollen an 4 Tagen angeboten werden.
  • Die Betreuungszeit in der Schul- und Gemeindebücherei (11.00 – 13.00 Uhr) soll verlängert werden.
  • Das Angebot durch Vereine und Verbände (13.00 bis 16.15 Uhr) soll auf 4 Tage ausgebaut werden.
  • Die Förderangebote „Lerntreff“ und „Hausaufgaben-Aufsicht soll ausgebaut werden.
  •                               

Standortanalyse – die Entwicklungspotentiale der CBS

Im gegenwärtigen Einzugsgebiet, im derzeitigen Schulverbund und unter den geltenden Rahmenbedingungen muss die Christine-Brückner-Schule gegen sinkende Schülerzahlen „kämpfen“... aus verschiedenen Gründen:

  • wegen der demographischen Entwicklung in Deutschland,
  • wegen kommunalpolitischer Fehlentscheidungen in der Vergangenheit,
  • wegen traditioneller Abwanderungstendenzen zu benachbarten Schulstandorten,
  • wegen des konkurrierenden Schulstandortes Fritzlar

mit einer sehr guten Busanbindung

mit guten Einkausmöglichkeiten

mit einer katholischen Ganztagsschule

mit einem traditionellen Gymnasium

 

Trotz der problematischen Standortbedingungen rechtfertigen positive Entwick­lungen
der vergangenen Jahre eine optimistische Prognose für die Christine-Brückner-Schule:

  • Eine veränderte Personalstruktur in Schulleitung und Kollegium hat die Arbeitsatmosphäre im
    Lehrerkollegium nachhaltig verbessert.
  • Eine grundlegende Sanierung hat das Erscheinungsbild der Schule positiv beeinflusst.
  • Offenere Kommunikations- und Mitbestimmungsstrukturen - u.a. durch die Einführung von Prinzipien des Projektmanagements - haben zu einem besseren Schulklima geführt.
  • Verschiedene Pädagogische Konzepte (= Schulkonventionen, Teamstrukturen, verbundene Haupt- und Realschulklassen, Berufsorientierung, G9-Organisation) haben zu einer größeren
    Akzeptanz der Schule geführt.
  • Ergänzende personelle Angebote (= eine Schulsozialarbeiterin, zwei BFZ-Mitarbeiter, eine
    Schulassistenz, ein Berufseinstiegsbegleiter, 12 Honorarkräfte, 12 Lesepatinnen) haben neue Aufgabenfelder erschlossen. 
  • Ein transparentes Förderkonzept  (= EVA, Förderpläne, Förderplankonferenzen, Gemeinsamer Unterricht, Lerntreff, Lesepaten etc.)  hat das pädagogische Profil geschärft. 
  • Systematische Öffentlichkeitsarbeit hat das Image der Schule verbessert.
  • Regelmäßige Kooperationen (= Vorbereitungsbesuche, Rückmeldungen, Absprachen im Kooperationskreis) haben den Schulverbund belebt.
  • Kooperationsformen mit der Gemeinde, mit den Vereinen und Verbänden haben die Bindungen des Standorts an die Schule intensiviert.

Weitere Maßnahmen der Qualitätsverbesserung und Profilschärfung sind in Planung bzw. bereits

auf der Agenda:

  • Ende Mai 2011 wird das überar­beitete Schulprogramm der Öffentlichkeit präsentiert.
  • Mit Beginn des Schuljahres 2011-2012 wird der Teamgedanke, der Unterrichtsansatz       „Eigenverantwortliches Arbeiten“ (EVA) und die Orientierung an Kompetenzen mit Blick auf ein Kerncurriculum noch stärker in den Unterrichtsalltag integriert.
  • Kurzfristig wird der Schulverbund BEN (Balhorn, Emstal, Naumburg) neu belebt.
  • Mittelfristig sollte die Erweiterung des Schulverbundes um die Grundschule Breitenbach       angedacht werden.
  • Langfristig müssten die Transportbedingungen für Schüler nach Fritzlar überprüft werden.

 

Gesamtschule und Ganztagsschule – das pädagogische Konzept der CBS

Die Christine-Brückner-Schule ist dabei, ein pädagogisches Konzept umzusetzen, das schulische- und sozialpädagogische Aspekte miteinander verbindet. Unsere Schule zum akzeptierten Lebensraum werden, in dem handlungsorientier­ter und wirklichkeitsnaher Unterricht praktiziert und selbstgesteuertes Lernen sowie eigenverantwortliches Arbeiten ver­mittelt werden. Durch das erweiterte Ganztagsprogramm sollen intellektuelle Fähigkeiten, künstlerisch-musische Begabungen, sport­liche
Neigungen und handwerkliche Talente weiter entwickelt und gefördert werden: Die Christine-Brückner-Schule soll als Offene Ganztagsschule neue Bildungschancen eröffnen.

 

 Offene Ganztagsschule – ein demokratischer Kompromiss

Die Schulgremien und die politische Öffentlichkeit haben sich für die Option "Offene Ganztagsschule“ ausgesprochen. Hintergrund für dieses Meinungsbild ist das ländliche Einzugsgebiet und die spezifische Sozialstruktur der Bevölkerung: Viele Eltern wollen bei der „Freizeitgestal­tung ihrer Kinder ein Wörtchen
mitreden". Nur eine Offene Ganztagsschule scheint zur Zeit mit die­sem Selbstbestimmungsrecht vereinbar zu sein.

 

Kooperative Ganztagsschule – eine strategische Ausrichtung

Hinter der Entscheidung für eine kooperative Ganztagsschule steht die Einsicht, dass Schule keine „Insel" sein darf, sondern zu einem vernetzten Mittelpunkt für Bildung und Kultur in der Kommune werden sollte. Als „kooperativer Schultyp" wird die Christine-Brückner-Schule nach weiteren Möglichkeiten
der Zusammenarbeit mit der örtlichen Jugendhilfe, mit den Verei­nen, Institutionen und mit den Betreuungsangeboten in kommunaler Verantwortung suchen.

In enger Absprache mit den politischen Entscheidungsträgern der Gemeinde und den Verantwortlichen der örtlichen Sportvereine wird zur Zeit für das Schuljahr 2011-2012 ein attraktives Nachmittags- und Freizeitprogramm entwickelt.

Vorhandene Kooperationsformen und Kooperationspartner sind:

  • Gemeinde Bad Emstal (= Sauberhafter Schulweg, Bücherei, Betreuung)
  • Jugendpflege und der Drogenberatung
  • Grundschulen der Region (= Schulverbund BEN)
  • Betriebe aus der Region (= Ausbildungsmesse, kontinuierlicher Praxistag))
  • Sportvereine (= Tischtennis, Handball und Badminton)
  • ASB und Kassler Stottertherapie

 

Offener Anfang – der Einstieg in einen rhythmisierten Schultag

Die Planung des Schultages und die Gestaltung des Stundenplanes setzen neuer Ergebnisse der Lernforschung in die pädagogische Praxis um. Der schulische Alltag an der Christine-Brückner-Schule soll geprägt sein durch ritualisierte Phasen, in denen sich Entspannung und Anspannung abwechseln.

Da die Schule von über 50 % Fahrschüler/innen besucht wird, die mit den ersten Busse um ca. 7.10 Uhr ankommen, soll an fünf Schultagen für alle Klassen der Offene Anfang eingerichtet werden.

In der langen Mittagspause werden die Erfahrungen mit der Pädagogischen Mittagsbetreuung umgesetzt. Am Nachmittag findet je nach Jahrgangsstufe entweder Unterricht statt oder es werden Ganztagsangebote gemacht.

 

Bio-Catering - das Versorgungskonzept der Schule

Seit 1997 betreibt der Förderverein die Cafeteria der Schule. Aus den eher bescheidenen Anfängen hat sich nach der Sanierung 2007-2009 ein erfolgreicher gastronomischer Betrieb entwickelt, der täglich im Schnitt 100 Personen in der Mittagszeit bewirtet. Zum Versorgungskonzept gehört:

  • eine große Mensa,
  • eine moderne Catering-Küche,
  • der kostenlose Frühstücksapfel,
  • der kleine Pausensnack
  • und ein gesundes Mittagessen

 

Erreichbarkeit -  Linienbusse im Stundentakt

Die Verkehrsanbindung für das anvisierte Schulende um 16.00 Uhr würde durch den gegenwärtigen Stundentakt der Linienbusse gewährleistet. Zusätzli­che Transportkapazitäten könnten durch Nachbesserungsverhandlungen mit der RKH erschlossen werden.

 

Gebäudenutzung und Raumpflege - Vorrang des schulischen Bedarfs

Im Einvernehmen mit dem Landkreis Kassel und der Gemeinde Bad Emstal, den Eigentümern der Sporthalle, hat das Sportangebot der Christine-­Brückner-Schule bei der Vergabe von Hallenterminen oberste Priorität. Bis zum Ende der Hallennutzung um 16.00 Uhr sind die Hausmeister der Schule verantwortlich für die Halle. Die Reinigung der Schulgebäude erfolgt im Auftrag des Landkreises Kassel nachmittags ab 16.00 Uhr.